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Blaukraut, 19. August 2011

Blaukraut

Er ist etwas ähnlich dem Weißkraut, nur eben blau ... oder rot? wie seine anderen Namen Rotkraut oder Rotkohl vermuten lassen? Tatsächlich hängt die Farbe vom Boden ab. Wo der Boden sauer ist, werden die Blätter eher rötlich, wo er neutral oder basisch ist, eher blau. Blaukrautsaft kann sogar als Indikator dienen.

Verwendung
Man kann aus Blaukraut auch Sauerkraut machen, wie normalerweise aus Weißkraut. Meist wird Blaukraut aber gehobelt und zusammen mit Apfelstücken, Nelken u.a. gedünstet und z.B. zu Kartoffelbrei serviert.


Broccoli, 19. Juli 2003

Broccoli

Dieses Gemüse mit dem italienisch klingenden Namen gilt als besonders vitaminreich und wertvoll für uns Menschen und es ist relativ einfach zu kultivieren, jedenfalls einfacher als sein "adeliger Vetter", der Blumenkohl.

Anbau
Um Pflanzen heranzuziehen, säe ich etwa Anfang Mai auf ein Aussaatbeet mit vielleicht 15 cm Reihenabstand und 1cm tief. In der Reihe lege ich die Körner einzeln, so etwa alle 5 cm. So können die Pflanzen später jeweils mit einem Wurzelballen verpflanzt werden.
Das eigentliche Broccoli-Beet sollte gut mit einer Schicht Kompost vorbereitet werden. Sobald die Pflänzchen über das Keimblattstadium hinaus sind und man erkennt, welche gut gedeihen, können sie verpflanzt werden. Auf einem 1,20 Meter breiten Beet haben zwei Reihen Platz, mit mindestens 45 cm Abstand, besser 60 cm. In der Reihe bekommen die Pflanzen 45 cm Abstand. Damit sie fest stehen, können sie etwas tiefer gepflanzt werden, als sie vorher standen. Wenn der Kompost eher mager war, streue ich als Vorratsdüngung zusätzlich etwas Hornspäne um jede Pflanze. Wie alle Kohlarten braucht auch der Broccoli genügend Wasser, am besten angereichert mit einem Anteil Brennnesseljauche.

Mischkultur
Der Zwischenraum auf dem anfangs recht leer wirkenden Beet kann z.B. für Salat genutzt werden. Pflanzen mit längerer Kulturdauer haben dagegen später unter den weit ausladenden Broccoli-Blättern schlechte Karten.

Kohlweißling
Über einen längeren Zeitraum sind die weißen Schmetterlinge unterwegs und legen ihre Eier auf den Blättern der Kohlpflanzen ab, meist auf der Unterseite. Daraus schlüpfen dann die Raupen, die die Blätter zerfressen. Unangenehm ist, dass sie sich gern in die Blütenknospen zurückziehen. Sie sind dort manchmal kaum zu sehen, aber sie verraten sich durch Gespinstfäden, die man in den geernteten Blütenköpfen findet. Abhilfe könnte man schaffen, indem man das Broccoli-Beet mit einem Rahmen aus Latten umgibt, den man mit engmaschigem Zaun bespannt, so dass die Schmetterlinge nicht zu den Blättern können.
Durch den trockenen Sommer 2003 gab es über lange Zeit keine Raupen, obwohl die Kohlweißlinge Eier gelegt hatten. Erst ganz spät im Herbst sind vereinzelte Raupen aufgetaucht.

Ernte
Das Schöne beim Broccoli ist, dass, wenn man den ersten großen Blütenkopf geerntet hat, seitlich aus den Blattachseln mehrere neue nachwachsen. So kann man mehrmals ernten, manchmal bis in den Winter hinein. Außer den Blütenköpfen können auch jüngere Blätter und Stengel verwendet werden. Die geputzten Stengel sind schon roh eine Delikatesse - ähnlich Kohlrabi, aber zarter!


Fenchel, 19. August 2011

Fenchel

Beim Knollenfenchel werden die dicken Ansatzstellen der Blätter über dem Boden geerntet und als Gemüse verwendet.

Anbau
Früher durfte man Fenchel erst im Juli säen, denn zu früh gesät bildete er keine Knollen, sondern fing gleich an zu blühen. Neuere Züchtungen erlauben es auch, ihn früher zu säen. Trotzdem ist gerade ein Vorteil von ihm, dass man ihn eben spät säen kann, wenn es für manches andere Gemüse schon zu spät wäre. So kann man ihn auch gut dort säen, wo die Vorkultur schon geerntet ist, wie Frühkartoffeln, Erbsen oder ein aufgelöstes Erdbeerbeet.
Der Abstand in der Reihe sollte etwa 20 cm betragen. Wenn man bei der Aussaat in der Reihe etwa alle 10 bis 15 cm ein Korn legt, kommt man weit mit dem Saatgut und man hat etwas Reserve, wenn nicht alle Pflanzen kommen. Überzählige kann man umzupflanzen versuchen oder einfach wachsen lassen.


Zum Verwechseln ähnlich:
eine Reihe Lauch, links im Bild und
eine Reihe Haferwurzel in Bildmitte
22. August 2011

Haferwurzel

Die Haferwurzel oder Haferwurz ist ein altes Wurzelgemüse.
Sie ist sehr ähnlich der Schwarzwurzel, die heute überwiegend statt ihr angebaut wird. Die Wurzeln haben eine helle Farbe und neigen etwas mehr dazu, sich zu verzweigen. Das macht aber nicht viel, denn dafür entfällt das Schälen, das bei der dunkelhäutigen Verwandten recht mühsam ist. Für den Hausgarten ist sie wohl mindestens genauso interessant wie die Schwarzwurzel.

Im Gegensatz zu dieser sind die großen Blumen nicht gelb, sondern violett, aber auch sehr schön.

Kartoffel-Blüte, 19. Juli 2003

Kartoffeln

Dieses Nachtschattengewächs aus Südamerika gehört längst zu unseren Grundnahrungsmitteln und ist schon fast "heimisch". Der Anbau im Garten lohnt trotz günstiger Marktpreise wegen Qualität und Frische der eigenen Kartoffeln und auch, weil der Anbau vergleichsweise wenig Arbeit macht.

Die Kartoffel liebt Sonne, Wärme, Humus und Luft im Boden.

Zeitpunkt
Gelegt werden können die Knollen zwar ab April, vor allem Frühkartoffeln, aber man sagt nicht zu Unrecht: "Legst du sie im April, kommt sie wann sie will - legst du sie im Mai, kommt sie glei". Wenn sie austreiben und nochmal erfrieren, bedeutet es natürlich einen Rückschlag, obwohl die Gefahr in den letzten Jahren eher geringer geworden zu sein scheint. Man sagt, bis Ende Mai sollten sie alle im Boden sein, aber ich hatte sogar mit Anfang Juli gelegten Kartoffeln noch eine gute Ernte.

Anbau
Suchen Sie, wenn möglich einen gut besonnten Platz aus. Wenn es an Licht fehlt, bilden die Pflanzen mehr Kraut, aber weniger Knollen. Sie eignen sich auch gut als erste Kultur auf neu kultiviertem Land, weil sie einen "garen" Boden hinterlassen - also etwa wenn Sie Beete anlegen, wo bisher Wiese war.
Sehr viel Vorbereitung ist nicht unbedingt nötig, nur gelockert werden sollte der Boden, sofern er es nicht schon ist. Dann kann's auch schon losgehen. Der Abstand kann verschieden gewählt werden - ich nehme die Faustregel "33 x 66". Ziehen Sie also mit dem Spaten alle 66 cm eine Rille, vielleicht 10 cm tief. Da hinein legen Sie dann die Knollen mit etwa 33 cm Abstand und schieben die Reihen schließlich wieder zu. Die Kartoffeln sollen nur knapp unter der Erde liegen und schnell Blätter treiben.

Pflege

Die Kartoffel hat das besondere Talent, dass so ziemlich aus jedem Stück eine neue Pflanze werden kann - nicht nur aus den Knollen, sondern auch aus Schalen, einzelnen Trieben, Triebstücken und bei guten Bedingungen sogar aus Blättern ... Außerdem mag es die Pflanze, bis unter die Blätter zugeschüttet zu werden. Man kann sie als "Turm" kultivieren. Dazu pflanzt man sie zunächst in einen größeren Topf. Immer wieder wird dann ein Ring auf den Topf aufgesetzt und Erde eingefüllt, so dass die Stengel großteils eingegraben sind. So wird der Turm immer höher und in jeder Lage wachsen Kartoffeln. Die Beschreibung soll hier aber nur dem Verständnis dienen.
Auch die bisher flach eingegrabenen Kartoffeln sollen, wenn die Pflanzen groß genug dafür sind, angehäufelt werden. Das ist eine gute Gelegenheit, hier Kompost zu verwenden und von beiden Seiten unter die Pflanzen zu schieben. Notfalls kann man die Pflanzen auch mit dem vorhandenen Boden anhäufeln, aber vorsichtig, damit man nicht zu viele Wurzeln beschädigt. Durch das Anhäufeln wird auch inzwischen gewachsenes Unkraut einfach zugeschüttet. Der Vorgang kann mehrmals im Lauf des Sommers wiederholt werden.

Ernte
Eigentlich ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte, wenn das Kraut vollständig verdorrt ist. Man kann aber durchaus schon vorher einzelne Kartoffeln ernten und die Pflanze weiterwachsen lassen. Dazu wühle ich einfach mit den Händen um die Pflanze herum im Boden und hole die frischen Knollen für's Mittagessen heraus. Wenn die Schale weich ist und sich leicht abreiben lässt, sind sie noch zu unreif.

Spät geerntete Kartoffeln trocknen wegen schlechtem Wetter im Haus.
27. November 2003


Kartoffeln nach dem Waschen zum Trocknen ausgebreitet
2. Oktober 2007
Für die eigentliche Ernte ist dagegen eine Grabegabel ein geeignetes Werkzeug. Damit steche ich seitlich neben den Kartoffelwall (damit möglichst keine aufgespießt werden) und werfe die Erde um. Jede sichtbare Kartoffel wird natürlich gleich beiseite gelegt, damit sie nicht wieder eingegraben werden kann. Ob man sie wäscht, ist wahrscheinlich Geschmackssache. Auf jeden Fall sollten sie etwas antrocknen, bevor sie eingelagert werden. Man kann sie dazu etwa ein-zwei Stunden in der Sonne liegen lassen.

Lagerung
Am besten bleiben die Kartoffeln sicherlich frisch, solange man sie im Boden lässt. Selbst im nächsten Frühjahr sind sie, wenn's gut geht, noch erstklassig frisch. Die Gefahr ist dabei, dass sie von den Mäusen geholt werden oder erfrieren, wodurch sie glasig, weich und süßlich werden. Also wird man sie doch lieber ernten. Die beste Aufbewahrung wäre dann in einer vor Frost und Mäusen geschützten Miete. Das könnte auch eine eingegrabene Waschmaschinentrommel sein. Ein Keller sollte kühl (aber wenigstens einige Grad über Null) und nicht zu trocken sein (beides heute leider selten). Wichtig ist in jedem Fall, dass die Kartoffeln dunkel gelagert werden! und daran fehlt es oft. Selbst das Mondlicht reicht, wie mir mal ein Bauer sagte, damit die Kartoffeln langsam grün werden. Selbst wenn man noch nichts davon sieht, leidet der Geschmack darunter.

Grüne Kartoffeln
Dort wo sie aus dem Boden geschaut haben, z.B. weil der Wall zu steil war und wieder abgerutscht ist, sind die Knollen grün. Das Grüne ist leicht giftig und soll nicht gegessen werden - es schmeckt aber auch nicht. Ich bewahre die Kartoffeln mit grünen Stellen als Saatkartoffeln für's nächste Jahr auf, denn dafür sind sie uneingeschränkt geeignet.


Pastinaken unter dem Schnee geerntet,
20. Januar 2010
 

Pastinaken

Wer sie nicht kennt - diese großen Rüben sind irgendwo zwischen Mohrrüben, Petersilienwurzel und Sellerie - und es sind wie diese Doldenblütler.
Besonders interessant ist ihre Winterhärte. Man kann die Rüben einfach stehen lassen und bei Bedarf im Winter ernten, wenn es sonst wenig zu ernten gibt. Dann sind sie natürlich besonders frisch und man braucht nicht mal einen Lagerplatz im Keller. Im Beet können ihnen nur die Mäuse etwas anhaben (taten sie bei mir aber bisher kaum) oder sehr starker Frost ohne Schnee kann sie von oben her mürbe machen. Die Ernte kann bei hart gefrorenem Boden oder hohem Schnee natürlich schwierig sein.

Anbau:
Die plattrunden Samen brauchen lang zum Keimen, ähnlich wie Mohrrüben, und sollten auch wie diese früh im Jahr gesät werden. Dann ist die Gefahr, dass der Boden austrocknet und die Keimung stört, noch nicht groß. Wenn die Sonne dann stärker scheint, sind die Pflanzen schon ein Stück gewachsen und man kann dazwischen mulchen.
Weiter braucht man eigentlich nicht viel tun, außer gegebenenfalls jenes Unkraut das die Pastinaken überwachsen würde, zu jäten.

Rüben, die man im Winter nicht geerntet hat, kann man stehen lassen, um eigenes Saatgut zu ernten. Dann kann man bei der nächsten Aussaat großzügiger sein.


Schwarzwurzel-Pflanzen
22. August 2011 

Schwarzwurzeln

(Winterspargel)

Bestechend an dieser Pflanze ist vor allem, dass sie zu den Wintergemüsen zählt. Das heißt, man kann sie, mitten im Winter frisch ernten, wenn es sonst wenig zu ernten gibt. Voraussetzung ist, dass man noch weiß, wo sie sind (vor allem wenn Schnee liegt). Der Boden sollte nicht allzu hart gefroren sein oder der Schnee meterhoch liegen, sonst ist es mühsam. Eine stabile Grabegabel ist hilfreich, um bei gefrorenem Boden ernten zu können.

Anbau
Gesät werden die langen Samen möglichst früh im Jahr, sobald es das Wetter erlaubt, denn die Pflanzen brauchen eine lange Entwicklungszeit. Je früher sie wachsen, desto dicker sind im folgenden Winter die Wurzeln. Der Boden sollte locker und tiefgründig sein und nicht zu viele Steine enthalten, damit die Wurzeln gut nach unten wachsen können, sich nicht zu viel verzweigen und sich ohne allzu viel Mühe ausgraben lassen.

Wenn man einige der schwarzen Wurzeln nicht erntet, wachsen sie im nächsten Sommer weiter und blühen schön mit gelben Blumen. Diese duften wunderbar, etwa nach Vanille, aber nur vormittags. Aus den Blumen werden große "Pusteblumen" und man kann prima eigenes Saatgut ernten, um in Zukunft großzügiger damit umgehen zu können.
Die Wurzeln kann man auch im zweiten Winter ernten. Dann sind sie nicht mehr ganz so zart, aber dafür dicker und das mühsame Schälen lohnt sich eher.

Schließlich lieben auch die Wühlmäuse die Schwarzwurzeln - und interessieren sich dann weniger für die Wurzeln der Obstbäume. Es ist also eine gute Idee, an verschiedenen Stellen im Garten, im weiteren Umfeld der Obstbäume (nicht direkt im Kronenbereich) Schwarzwurzeln zu säen, als Ablenkpflanze für die Wühlmäuse.

Siehe auch Haferwurzel


Süßkartoffel, 19. August 2011

Süßkartoffel

Die Pflanze ist nicht mit den Kartoffeln verwandt, sondern mit den Winden (z.B. Ackerwinde). Sie bildet Knollen im Boden, die ähnlich verwendet werden können, wie Kartoffeln, aber etwas süß schmecken. Daher ist der Name schon naheliegend.

Eigentlich ist die Pflanze sehr wärmebedürftig. Es gibt aber neuerdings Züchtungen, die mit unserem Klima zurecht kommen sollen. Das wäre eine interessante Bereicherung für unsere Nutzgärten. Bisher experimentiere ich nur und kann noch nicht von einem Erfolg berichten.


Weisskraut, 19. August 2011

Weisskraut

Die wichtigste Anwendung des Weißkohls ist wohl, ihn zu Sauerkraut zu verarbeiten. Damit ist er für den Winter konserviert und der gesundheitliche Wert ist durch die Milchsäusebakterien wohl sogar noch höher - vorausgesetzt es ist durch natürliche Gärung entstanden und wird roh gegessen.
So nahmen Seefahrer wie James Cook Sauerkraut mit auf ihre Schiffe, um die gefürchtete Krankheit Skorbut zu vermeiden, die auf Vitamin-C-Mangel zurückgeht.

Anbau
Die Pflanzen werden im April unter Glas vorgezogen oder ab Mai im Freilad. Dann kommen sie mit etwa 50 x 50 cm an Ort und Stelle. Als Starkzehrer sollen sie schon etwas verwöhnt werden, um ordentlich zu gedeihen. Ständiges Mulchen, z.B. mit Grasschnitt, schafft gute Bedingungen für das Bodenleben, dem wichtigsten Faktor bei der Ernährung der Pflanzen. Brennenesseljauche fördert das Bodenleben und liefert auch ein paar Nährstoffe. Man sollte sie dem Weißkraut wiederholt verdünnt als Gießwasser geben. Für die Stickstoffversorgung kann man etwas Hornspäne um die Pflanze streuen oder verrotteten Mist oder Laub von Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Klee, Ginster, Robinie ...) - aber trotz dem "Starkzehrer"-Image soll man sparsam mit dem Düngen sein, denn zu sehr angetriebenes Kraut wird krankheitsanfällig und riecht beim Kochen unangenehm. Lieber nicht ganz so große Köpfe, aber dafür gesunde und wohlschmeckende.

Weißkraut, das über den Winter stehen blieb, z.B. weil es noch keinen ordentlichen Kopf gebildet hatte, sieht im Frühjahr oft alt und unansehnlich aus. Wenn es nicht ganz erfroren ist, bekommt es aber einen frischen Austrieb, der ganz feines Gemüse ergibt, zu einer Zeit, wenn es sonst wenig zu ernten gibt.


Wirsing, 19. August 2011

Wirsing

Er ist etwas ähnlich dem Weißkraut, aber die Blätter sind nicht glatt, sondern wellig.

Verwendung
Die Blätter werden gern für Krautrouladen, bzw. Krautwickel verwendet, z.B. mit Grünkernfüllung - eine Delikatesse! Dafür sind besonders die großen Blätter interessant, wenn sie nicht zu viele Löcher haben. Wenn sie zu starr sind, kann man sie mit kochendem Wasser überbrühen. Die helleren Blätter des Kopfes sind zarter, aber nicht so würzig. Sie haben den Vorteil, dass sie schon "vorgebogen" sind.


Zucchini-Blüte, 19. Juli 2003


Zucchini
-Blüte mit Biene, 19. Juli 2003 

Zucchini

Wenn man die Bilder so ansieht, könnte man denken, es handelt sich um eine Zierpflanze - auch Nutzpflanzen können schön sein - aber natürlich baut man die Zucchini wegen der grünen, grün gestreiften oder auch gelben Früchte an.
Die Blüten lassen sich aber ebenfalls verwenden - in Ausbacketeig getaucht und in der Pfanne gebraten. Nehmen Sie dazu die männlichen Blüten, an deren Stelle ohnehin keine Zucchini wächst.

Anbau
Ein bisschen Platz sollten Sie schon haben, wenn Sie diese großen Pflanzen anbauen, außerdem lieben sie humusreichen Boden. Die Arbeit beschränkt sich dafür haupsächlich auf die Anzucht der Jungpflanzen und später die Ernte. Vor allem wegen der Frostgefahr lohnt es sich, im April in Töpfe zu säen, damit die Ernte früher beginnt. Vor allem, wenn Sie mit Schnecken rechnen, lassen Sie die Pflanzen groß genug werden, bevor sie an Ort und Stelle kommen. Deswegen sollten auch die Töpfe groß genug sein und mit nur einem Samenkorn bestückt werden.
Später bei der Ernte muss man die Pflanzen fast täglich kontrollieren, sonst passiert es schnell, dass Zucchini zu groß werden. Diese großen "Keulen" sind zwar verwendbar, aber attraktiver und zarter sind doch die kleineren. Deswegen ist es zweckmäßig, die Zucchini-Pflanzen alle in die "selbe Ecke" des Gartens zu pflanzen, damit man bei der fast täglich nötigen Kontrolle keine übersieht. Sie brauchen aber nicht unbedingt ein Beet, sondern können auch irgendwo an den Rand gepflanzt werden, etwa auf Baumscheiben ... Gegenüber ihren Verwandten, den Kürbissen, haben die Zucchini den Vorteil, dass sie nicht ranken und ihr Ausbreitungsradius daher überschaubar bleibt. Dankbar sind sie für Wärme, Sonne und humusreiche Erde - also verwöhnen Sie sie mit Kompost, wenigstens ein paar Hände voll je Pflanze. Sie können sie aber auch direkt an oder auf den Komposthaufen pflanzen - keine Angst vor Nährstoffraub, wie böse Zungen behaupten. Es bleibt noch genug übrig vom Komposthaufen!

Zuckermais, Sorte "Golden Bantam",
22. August 2011

Zuckermais

Im Unterschied zu Futtermais, der viel auf den Feldern angebaut wird, ist Zuckermais so gezüchtet, dass die unreif geernteten Kolben süß schmecken. Je Pflanze wachsen 1 bis 2 Kolben. Wenn die "Haare" oben am Kolben barun geworden sind, müsste er erntereif sein. Man sollte aber möglichst erst dann ernten, wenn man die Kolben braucht, denn nach der Ernte beginnt eine Art Notreife, bei der sich der Zucker in den Körnern in Stärke verwandelt. Das ist auch einer der Gründe, warum sich der eigene Anbau lohnt.

Anbau
Gesät werden können die Körner etwa im April. Obwohl der Mais auch als schmaler Streifen für Sicht- und Windschutz dienen kann, sollte das eigene Maisfeld lieber eine zusammenhängende Fläche sein, damit sich die Pflanzen gut gegenseitig bestäuben können. Reihenabstand 60 bis 80 cm und in der Reihe10 bis 30 cm. Da nicht alle Körner keimen, säe ich eher mit 10 cm Abstand. Man kann die Pflanzen auch in Töpfen im Gewächshaus vorziehen. Dann sind sie schon weiter und man kann etwas früher ernten (trifft auf die vorderste Reihe in obigem Bild zu).

Der Mais gilt als ausgesprochener Starkzehrer. Zitat aus dem Buch Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not: "Als die ersten pilgrim fathers beobachteten, daß die Indianer in Plymouth Rock auf ihren winzigen Maisfeldchen neben jedes Samenkorn den bekannten kleinen Fisch eingruben, taten sie es ihnen ganz einfach nach."
Es muss nicht unbedingt der kleine Fisch sein, aber etwas mit Nährstoffen verwöhnen kann man den Mais schon. Mit in den Maisreihen können (z.B. etwas später) Buschbohnen gesät werden, die als Stickstoffsammler auch den Mais etwas düngen. Oder, zwischen den Maisreihen ist genug Platz für groben Dünger, vor allem wenn die Pflanzen schon etwas gewachsen sind. Das könnte Kuh- oder Pferdemist sein. Es kann aber auch ein Haufen Rasenschnitt sein, der im Regen matschig geworden ist, fast wie Kuhmist. Den kann man zwischen den Maisreihen entsorgen. Man kann dort auch Küchenabfälle verteilen und des Aussehens wegen mit Grasschnitt zudecken ...
Das Material gibt nebenbei den Maispflanzen zusätzlichen Halt, was man sonst mit dem üblichen Anhäufeln mit Erde erreicht.

Der Mais gehört zu den C4-Pflanzen (wie z.B. Zuckerrohr und Amaranth) und hat damit das "Talent" - genügend Wärme vorausgesetzt - das Sonnenlicht effektiver als die meisten anderen Pflanzen zu nutzen und nur halb so viel Wasser pro erzeugte Pflanzenmasse zu brauchen. Er braucht zwar trotzdem einiges an Wasser, weil er so viel Pflanzenmasse erzeugt, aber er kommt meist ohne Gießen aus (außer bei richtiger Trockenheit). Man sollte ihn auch nicht unnötig gießen, vor allem nicht von oben, denn dann kann er leicht Pilzkrankheiten bekommen.

Zwiebeln, etwa erntereif
19. August 2011

Zwiebeln

Während man im Sommer oft den frischen Schnittlauch an ihrer Stelle verwenden kann - in Kräuterquark, in Tomatensalat, zu Kartoffeln, Gemüse usw. - können Zwiebeln hier im Winter einspringen. Sie sind mit ihren vielen Schichten von Natur aus darauf eingerichtet, Durststrecken zu überdauern und das nützt uns, denn sie sind prima lagerfähig für den Winter.

Anbau
Zu kultivieren sind Zwiebeln sehr einfach, wenn man sie im Frühjahr bereits als kleine Steckzwiebeln kauft. Sie werden irgendwann von März bis Mai in Reihen in die Erde gesteckt, Abstand in der Reihe ca. 8 cm. Eigentlich würde es genügen sie nur leicht oben auf die Erde zu stecken, aber dann werden sie leicht von Vögeln "neu verteilt". Deshalb bewährt es sich eher, sie ganz in die Erde zu stecken und die Löcher dann zuzuschieben, so dass sie für die Vögel unkenntlich sind. Man kann darüber auch gleich dünn mit Grasschnitt mulchen, denn die Zwiebeln haben keine Schwierigkeit da hindurch zu wachsen. Zwiebeln aus Samen zu ziehen ist schwieriger, allein schon weil die kleinen Sämlinge längst nicht so robust sind wie treibende Steckzwiebeln.

Von ihrer Natur her brauchen Zwiebeln wenig Wasser und kommen auch mit zeitweiser Trockenheit zurecht. Vor allem gegen Ende ihrer Wachstumszeit, zum Ausreifen, ist es sogar günstig, wenn es trocken ist. Das könnte man beim Pflanzzeitpunkt berücksichtigen, wenn man wüsste, wie nach der Vegetationszeit das Wetter sein wird.
Zur Standortwahl gehört, dass Zwiebeln ein empfindliches Laub haben, das möglichst nicht umknicken sollte. Davor sind sie in Beetmitte besser geschützt, als am Rand, wo man bei Arbeiten am Beet oder auch nur beim Vorbeigehen die Zwiebelschloten knicken könnte.
Folgen Sie auch nicht der Unsitte, die Zwiebelröhren umzutreten, um die Reife herbeizuführen. Die Zwiebeln sollen so lange wie möglich wachsen und dann in aller Ruhe ausreifen.

Schalotten
Diese kleinen Zwiebeln teilen sich während der Wachstumszeit - man steckt eine und erntet vielleicht sechs Stück. Sie haben so viele Vorteile, dass ich manchmal am liebsten nur noch diese anbauen möchte. Sie haben einen besonders feinen Geschmack. Sie halten sich besonders gut. Die übrig gebliebenen dienen einfach wieder als neues Pflanzgut.
Leider ist der Ertrag nicht so hoch, so dass man sehr viel davon anbauen müsste, um ohne die anderen Zwiebeln auszukommen.

Lagerung
Eigentlich genügt es, die Zwiebeln nach der Ernte z.B. in flachen Steigen trocknen zu lassen und sie dann kühl (aber frostfrei) und halbwegs trocken zu lagern. Schöner ist es, wenn man nach dem Trocknen lose Schalen- und Stengelteile abzupft. Noch schöner ist es natürlich, wenn man die Zwiebeln zu Zöpfen flechtet (geht nur wenn von den Schloten noch etwas vorhanden ist). Diese kann man dann ruhig sichtbar aufbewahren, z.B. bis zu den ersten Frösten draußen unter Dach und später in der Speisekammer oder ruhig auch in der Küche.

Spezialität Winterheckenzwiebeln
Sie wachsen jahrelang an der selben Stelle, ähnlich wie Schnittlauch, und werden auch ähnlich wie dieser verwendet. Besonders interessant ist, dass sie zeitig im Frühjahr frisches Zwiebelgrün treiben, das man frisch verwenden kann, noch bevor sich der Schnittlauch blicken lässt. Statt nur dem Grün kann man auch überzählige ganze Zwiebeln verwenden, die aber nur wenig dicker sind als ihr Grün. Es gibt auch eine Variante mit roten Zwiebeln, die natürlich besonders dekorativ zu verwenden sind.

Spezialität Etagenzwiebeln
Bei diesen wachsen kleine Tochterzwiebeln oben am Stengel. Der Ertrag ist gering, aber es ist eine lustige Abwechslung.

weitere:
Russische Traubenzwiebel (Allium spec.), ähnlich Schalotten
Ewige Zwiebel (Allium cepa var. perutile, Englischer Winterlauch)
Winter-Zwiebel (Allium fistulosum), ähnlich Schnittlauch, aber gröber und schärfer

Weitere Pflanzen - Knollen:
Topinambur (Helianthus tuberosus, Erdschocke)
Süßkartoffeln, für unser Klima angepasste Züchtung (Batate, Ipomoea batatas)
Erdbirne (Apios americana, Indianerbirne, Kartoffelbohne, Zimtwein)
Yacon (Polymnia sonchifolia)
Erdmandeln (Cyperus esculentus, Chufa, Tigernüsse)
Erdnuss-Platterbse (Lathyrus tuberosus)
Knollenziest (Stachys affinis)
Zuckerwurzel (Sium sisarum)


*** Fortsetzung folgt
***


Links


A Farm for the Future
Ein sehr sehenswerter und wertvoller Film, dem ich eine eigene Seite gewidmet habe.
Es geht darum, wie Landwirtschaft in Zeiten knapper werdender Energie bestehen kann. Der Film ist nicht nur schön anzusehen, und informativ, sondern er ist sehr positiv und weist einen Weg in die Zukunft.

Stable Climates
Ein wichtiges Thema: Entwickelt sich die Erde zu einem Wüsten-Planeten oder zu einem "Modernen Urwald" mit üppiger Biosphäre, stabilem Klima und lebensfreundlichen Zuständen? Wir haben's in der Hand.
Der Text ist leider in Englisch, aber sehr deutlich, fast etwas phantastisch, aber gut!

Der Mann, der Bäume pflanzte (Elzeard Bouffier)
Diese nette Geschichte passt gut zu obigem Thema.

Großfeld und Garten
Dieser schöne Text war ehemals unter http://www.regenwurm.de/fr301.htm zu finden. Er ist ein Kapitel aus dem Buch Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not. Kurz zusammengefasst:
Im Garten hat man's mit der Humuspflege viel leichter, als auf dem Acker. Vom Ackerbau ist bisher nur der nasse Reisanbau nachhaltig, das heißt ohne ständige Abnahme der Humusschicht.

Boden / Humus / Mutterboden
Zitat daraus: "Vor 200 Jahren hatten die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Ländern eine Humusschicht von durchschnittlich 60 Zentimetern, auf der unsere Nahrung wuchs. Heute ist diese Schicht, besonders in den USA, auf knapp 25 Zentimeter reduziert worden. Weitere 3 Zentimeter gehen alle 20 Jahre verloren." ... "Wir brauchen unseren Boden zum Nahrungsanbau! Er ist eine zu kostbare Ressource, als daß er mit einer derartigen Geringschätzung behandelt werden darf. Auf der anderen Seite sind ungerodete Wälder die einzigen Flächen, auf denen die Erosion des Humus überhaupt kein Problem darstellt."

Klimaveränderung durch Humusabbau (pdf-Datei)
Sehr interessant, unter anderem die Daten zum Kohlenstoffhaushalt und die Relation der Anteile in Atmosphäre, Biosphäre an Land, Humus, Meer, Fossilen Energien etc.
Zitate: Zur Humusauflockerung und somit zur Wasserspeicherung arbeiten im Boden nämlich an die 30 t Bodenlebewesen je ha. Das entspricht 60 Großvieheinheiten (z.B. Kühe). Zum Vergleich dazu können mit dem oberirdisch wachsenden Gras nur zwei Kühe je ha versorgt werden.
In Tabelle 2 wird gezeigt, dass aus dem Humus weltweit durch die chemische Landwirtschaft und durch Erosion in den letzten 50 Jahren ebensoviel CO2 pro Jahr freigesetzt wurde wie aus dem fossilen Energieumsatz.



Letzte Änderung 1. September 2017

Wolfram Zucker




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