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Schalenobst

Während der Gemüsegarten jedes Jahr viel Arbeit macht, kann man mit Obst, weil es an mehrjährigen Sträuchern und Bäumen wächst, wohl am leichtesten einen hohen Selbstversorgungs-Anteil erreichen - z.B. als Zutat für's Müsli - aber Obst allein ist ein bisschen wenig. Eine weitere Zutat für's Müsli sind Haferflocken, aber den Hafer anzubauen ist recht mühsam. Den Hafer könnte man aber zumindest teilweise durch gemahlene Nüsse ersetzen. Das ist sogar eine Verbesserung bezüglich Geschmack, Nährstoffgehalt und Abwechslung -
Und siehe da, Nüsse und ähnliches sind, wie Obst, mehrjährige Pflanzen, die ähnlich wenig Arbeit machen wie Obst. Einmal hat man die Arbeit, sie zu pflanzen und eventuell vorher den Platz frei zu machen und herzurichten. Später hat man nur noch wenig Arbeit. Man muss fast nur noch ernten und verarbeiten.


Haselnuss-Strauch,
Sorte "Hallesche Riesen", erst in diesem Jahr gepflanzt ...


.. trägt er sogar schon ein paar Nüsse
Aufnahmen 21. August 2011



Haselnuss, Sorte "Rote Zellernuß"
ebenfalls erst 2011 gepflanzt und trägt schon. Eigentlich sollten die Blätter rot sein, aber wenigstens die Hüllblätter der Nüsse sind es.
19. August 2011

Haselnüsse

Diese Nüsse sind mir vom Geschmack auf die Dauer am liebsten - und glücklicherweise sind sie auch am einfachsten zu kultivieren, denn sie kommen mit unserem Klima gut zurecht. Das gilt zwar besonders für die einheimischen Wildhaselnüsse, aber sie sind klein (machen dadurch mehr Arbeit beim Aufsammeln und Verarbeiten) und vor allem ist der Ertrag sehr unterschiedlich, oft eher gering.
Die Kultursorten liefern größere Nüsse, mit je nach Sorte unterschiedlichem Geschmack, und mehr Ertrag als die Wildhaselnüsse. Da die Haselnüsse nicht selbstfruchtbar sind, sollte man mindestens zwei Sorten pflanzen, sofern keine Wildhaselnüsse in der Nähe sind.

Standort
Die Haselnüsse werden stattliche Sträucher mit einigen Metern Durchmesser. Sie brauchen also schon etwas Platz. Die Bodenansprüche sind nicht hoch, aber der Standort sollte wenigstens einigermaßen sonnig sein.
Die Nüsse müssen nicht gepflückt werden, sondern fallen selbst herunter, wenn sie reif sind. Um sie möglichst alle zu finden und auflesen zu können, sollte der Platz unter dem Strauch nicht mit hohem Gras oder Gestrüpp bewachsen sein. Es darf auch eine harte Fläche sein, denn anders als z.B. Äpfel nehmen die Nüsse keinen Schaden, wenn sie hart fallen. Eine Straße ist aber ungünstig, weil dort viele Nüsse platt gefahren werden. Eine wenig befahrene Einfahrt o.ä. kann es aber schon sein - und so kann der Raum darüber sogar noch genutzt werden.

"Mitbewerber"
Für die Nüsse interessieren sich auch die Eichhörnchen. Wenn man nur wenige hat, bleiben einem vielleicht selbst fast keine. Dagegen hilft es, viele anzubauen, denn dann kommen die Eichhörnchen nicht nach mit dem Ernten. So etwas funktioniert, so lange die Gegenspieler vorhanden sind, bei den Eichhörnchen z.B. die Marder.

Etwas schwieriger ist es mit dem Haselnußbohrer. Das ist ein Käfer, der im Frühjahr schon an den Sträuchern knabbert und dann in die noch weichen Nüsse je ein Ei legt. Daraus schlüpft eine Larve, welche die Nuss mehr oder weniger auffrißt und dann ein Loch in die Schale nagt, durch das sie sich hinaus zwängt. Sie sucht sich dann einen Platz in der Erde, wo sie sich verpuppt und frühestens im nächsten Jahr wieder ein Käfer ist. Es soll helfen, wenn Hühner unter den Haselnus-Sträuchern scharren dürfen, denn sie dezimieren die Larven und senken so den Befallsdruck. Ich vermute, dass auch Singvögel ähnlich nützlich sind. Die betroffenen Nüsse fallen teilweise vorzeitig ab.
Man muss einfach alle Nüsse mit Loch aussortieren, denn dort sind die Larven schon "ausgezogen". Es kann aber gut sein, dass in den geernteten Nüssen noch Larven sind. Wenn man sie schon knackt begegnen sie einem in den halb aufgefressenen Nüssen.
Lässt man die Nüsse dagegen noch liegen, nagen die restlichen Larven ein Loch und kommen heraus. Wir stellen die gestapelten Steigen mit Nüssen auf zwei Leisten in eine Plastikwanne, in der sich dann täglich die Larven sammeln, statt überall herum zu robben. Wir geben sie den Hühnern, die sie sofort aufpicken. Nach ein paar Wochen sollten alle Larven draußen sein und man braucht nur noch die Nüsse mit Loch aussortieren. Die restlichen sollten (großteils) in Ordnung sein.

Arten und Sorten Nüsse Ertrag  
1. Waldnüsse (Waldhasel, Wilde Haselnuss, Corylus avellana)
Die wilden Haslnüsse sind robust und kommen bei uns häufig in der Natur vor, in den Alpen bis etwa 1600 m Höhe. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordafrika bis nördlich des Polarkreises. Sie sind gute Pollenlieferanten für die Bienen - und tragen auch zur Bestäubung der Kultur-Haselnüsse bei. Eine rotblättrige Variante ist die Bluthasel - ein relativ guter Pollenspender, aber ebenfalls geringer Ertrag (im Gegensatz zur ähnlichen rotblättrigen Lambertnuss).
klein oft nur gering  
2. Zellernüsse (pontische Nuss, Corylus avellana var. grandis)
Dazu gehören die meisten der heutigen Kultur-Haselnüsse, auch Garten-Haselnüsse genannt. Die Nüsse sind groß und eher rund als lang. Der Kelch (das Hüllblatt) ist zweiteilig, nicht allzu lang und offen, so dass die reife Nuss heraus fallen kann. Der Name geht auf das Kloster Zell bei Würzburg zurück - von wo aus die Nuss vor vielen Jahrhunderten Verbreitung fand.
groß bis sehr groß, gut gut  
Hallesche Riesennuss
für Massenanbau geeignet, eine der besten und erfolgreichsten Nüsse, guter Pollenspender; wegen des guten Befruchtungsverhältnisses mit Webbs Preisnuss im Wechsel anzubauen; auch für höhere Lagen bis 700 m, nicht für feuchte und schwere Böden;
weniger vom Haselnussbohrer befallen, da die Schale frühzeitig hart wird und nicht mehr durchbohrt werden kann;
Die Nüsse sind beeindruckend groß, aber der Kern füllt sie nicht ganz aus. Sie haben eine markante Form, an der Basis breit mit Bögen zur Spitze, fast wie ein ausgebeultes Dreieck. Reife Mitte bis Ende September
Wuchs sehr stark, breit aufrecht, Kätzchen im Winter rotbraun
Herkunft: 1788 aus Halle aus Samen von Gunslebener Zeller
groß bis sehr groß, gut gut  
Webbs Preisnuss
sehr fruchtbar, befruchtungsbiologisch Kultur mit Hallescher Riesennuss empfehlenswert, für gute warme Lagen bis 400 m Höhe, Ertrag früh und reich - daher ideal für kleine Gärten (aber auch für Massenanbau geeignet)
Reife Mitte bis Ende September
Wuchs mäßig, breitkronig, Kätzchen im Winter graugrün
Herkunft: von dem Haselzüchter Richard Webb aus Calcot in England
mittelgroß, länglich, sehr gut, mild gut  
Cosford
üppiger Wuchs, angeblich selbstfruchtbar, gut für Hausgärten
für klimatisch günstige Standorte (keine Spätfrostgefahr, ausreichend Niederschläge oder Bewässerung)
Herkunft: Großbritannien
mittelgroß, dünne Schale, sehr gut gut  
Wunder von Bollweiler
für Geschmack warmer Boden und warme sonnige Lage nötig
mittel bis gut sehr gut  
Corabel (Courabel, Fercoril)
für klimatisch günstige Standorte (keine Spätfrostgefahr, ausreichend Niederschläge oder Bewässerung)
Herkunft: Frankreich
  gut
Haselnüsse Courabel aus Frankreich (aus dem Reformhaus)
EMOA 1
auch für höhere Lagen bis 700 m
Herkunft: Holland
  gut  
Katalonski (Louisens Zellernuss)
für gute warme Lagen bis 400 m
Herkunft: Polen
groß, Bischofsmützentyp gut  
Frühe lange Zellernuss (Lange Zellernuss, Zellernuss)
in Franken noch verbreitet, aus der Zeit bäuerlichen Haselnussanbaus, verhältnismäßig anspruchslos
Die frühe Reife erhöht die Chance, den Eichhörnchen zuvor zu kommen, und die Nüsse können besser trocknen.
sehr gut früh  
Gubener Zellernuss gut sehr gut  
Gunslebener Zellernuss
für gute warme Lagen, nicht so stark wachsend
  sehr gut  
Gunslebert
auch für höhere Lagen bis 700 m
  sehr gut  
Rote Zellernuss
Das Laub ist teilweise rot, aber nicht so stark wie bei der Bluthasel und der rotblättrigen Lambertnuss. Reife früh, Mitte bis Ende August
guter Pollenspender, auch für höhere Lagen bis 700 m
Wuchs nicht so stark, eher buschig, bildet Ausläufer
mittelgroß, länglich spitz, mandelartig süß    
Burchards Zellernuss
für gute warme Lagen
sehr gut    
Fichtwerdersche Zellernuss gut    
Rieckchens Zellernuss gut    
Apolda
angeblich selbstfruchtbar, gut für Hausgärten
     
Trapezunter Kaiserhasel
frühzeitig tragend, für Garten und Erwerbsanbau, etwas frostempfindlich
groß, rund, gute Qualität mittel  
Englische Zellernuss
für Flachland, Ufer, Küste - mit Nebel zur Blütezeit, da der Pollen weniger beeinträchtigt wird als bei anderen Sorten, nicht so stark wachsend
gut mittel  
Römische Zellernuss gut    
Eckige Barceloner
Reife im September
hellbraun, mittelgroß    
3. Lambertnüsse (Bartnüsse, Corylus maxima)
Charakteristisch für die Lambertnüsse ist der lange und geschlossene Kelch (das Hüllblatt) - wohl auch der Grund für den Namen "Bartnuss". Die Nuss kann nicht heraus fallen, sondern fällt schließlich mit der Hülle zu Boden, so dass sie erst noch daraus befreit werden muss. Der Haselnussbohrer hat es wohl leichter, denn in dem engen Kelch ist die Made besser vor Feinden geschützt. Die Ansprüche an das Klima sollen etwas höher sein als bei den Zellernüssen (wobei die Meinungen hier auseinander gehen), der Ertrag eher etwas geringer. Zum Ausgleich für die Nachteile ist der Geschmack noch besser als bei den Zellernüssen. Die Nüsse sind mittelgroß bis groß, länglich flach. Die Schale ist dünn und weniger gerieft oder gestreift, die Kernhaut fein, teils rot gefärbt.
sehr gut    
Weiße Lambertnuss
sehr fruchtbar, bester Pollenspender, genügsam, für gute warme Lagen, auch für Weinbergslagen
Herkunft: südliches Europa / Nordafrika; eine der ältesten Haselnusssorten
mittelgroß, Schale dünn, gut gut bis sehr gut  
Rotkernige Lambertnuss
für feuchte, sonnige und freie Lagen, soll etwas frostempfindlich sein, nicht so stark wachsend
mittelgroß, Schale dünn gut  
Rotblättrige Lambertnuss
etwas frostempfindlich, schwachwüchsig; Das rote Laub ist kräftiger gefärbt als bei der roten Zellernuss, daher höherer Zierwert.
mittelgroß, gut mittel  
Daviana
nicht so stark wachsend, ofenbar gute Bestäubersorte
sehr gut    
Bandnuss
für guten Boden und warme Lagen, guter Pollenspender (soll laut einer Quelle selbstfruchtbar sein), gut für Hausgärten
sehr groß gut  
Kaiserin Eugenie groß gut  
Kenitish sehr groß gut  
4. Bastardnüsse
Es sind Kreuzungen aus Lambertnuss und Waldhasel oder Zellernuss. Die Nuss ähnelt mehr den Lambertnüssen, aber die Hüllen gehen mehr nach dem anderen Kreuzungspartner, so dass die Bastardnüsse oft für Waldhaseln oder Zellernüsse gehalten wurden.
     
Haselnuss von Mehl sehr groß gut  
Jeeves Sämling groß, Schale dünn gut  
Nottinghams Fruchtbare
guter Pollenspender, für gute warme Lagen, härter als Lambertnüsse, auch für Massenanbau, nicht so stark wachsend
ziemlich groß, dünne Schale, gut früh, gut  
Frizzled
für Gärten und Erwerbsanbau
mittelgroß gut  
Hempels Lampertnuss
für Gärten
groß früh, gut  
5. Amerikanische Haseln verschiedene Arten, Anbauwert eher gering
Amerikanische Schnabelnuss (Corylus americana var. crispa), evtl. als Unterlage
Gehörnte amerikanische Haselnuss (Corylus rostrata bzw. Corylus cornuta)
Amerikanische Zwergnuss
Amerikanische Kelchnuss *
Mandschurische Haselnuss (Corylus mandschurica)
* Die Amerikanische Kelchnuß gedeiht als einzige gut (wenn auch schwach) auf feuchten, moorigen Standorten. Sie hat kleine Nüsse geringer Güte, aber sie könnte evtl. als Unterlage verwendet werden, um großfrüchtige Nüsse dort anbauen zu können - vorzugsweise englische Sorten, die feuchte Luft besser vertragen.
     

6. Baumhasel (Corylus colurna)
Anders als die übrigen Haselnüsse, die als Strauch wachsen, mit immer wieder neuen Trieben aus dem Boden, bilden die Baumhaseln einen Stamm und können bis über 20 m hohe Bäume werden. Die Früchte sind klein, die Schale dick und fest, aber die Kerne füllen die Schale gut aus und schmecken gut.
siehe auch:
bei Baumkunde.de
bei Waldwissen.net

     
Türkische Baumhasel
wird 12 bis über 20 m hoch, mit pyramidaler Krone, als Straßenbaum sehr geeignet, Holz für Möbel sehr gesucht,
Heimat Südeuropa, aber Verbreitung bis in den Süden Skandinaviens
Durch Veredelung von Kulturhaseln auf Baumhasel können Haselnuss-Baume gezogen werden, was im Erwerbsanbau viel angewendet wird. Der Ertrag soll höher sein und (Zitat:) Veredelungen auf Corylus colurna benötigen ca. 100 mm
Regen/Jahr weniger als unveredeltePflanzen. Es treten keine
Wurzelschosser auf.
klein eher gering  
Levantinische Baumhasel (Corylus colurna var. glandulifera)
Baum bleibt kleiner als Türkische Baumhasel, jung strauchartig, aber mit starkem Hauptstamm, an jungem Holz starke korkartige Rinde
ohne Veredelung wahrscheinlich der Türkischen Baumhasel vorzuziehen, wegen dem guten Ertrag und der größeren Nüsse;
klein bis mittelgroß, mandelartig schmeckend gut  

Links:

Vortragsunterlagen vom 2. Bayerischen Hasenusstag, darin:    
     Erste Ergebnisse der Haselnussversuche an der LVG Erfurt ... informativ, Bilder von Nüssen der Sorten Hallesche Riesen, Gubener Zeller, Webbs Preisnuss, Gunslebener pdf-Datei 9,5 MByte
     Erfahrungsbericht vom Haselnusskongress in Viterbo, Italien am Ende Bilder von Nüssen der Sorten Katalonski, Corabel, Emoa1 und Cosford pdf-Datei, gut 5 MByte


Der obere Teil der Krone von unserem Walnußbaum - Er ist ca. 45 Jahre alt und schwer beladen.
21. August 2011

Walnüsse

(Juglans regia)

Man sagt ja von den Walnüssen: "Der Vater pflanzt den Baum und die Kinder ernten davon". Ja so ist es bei uns. Zwar beginnen die veredelten Bäume schon nach ein paar Jahren, Nüsse zu tragen, aber bis man eine nennenswerte Ernte bekommt, dauert es eben doch länger. Walnussbäume richten sich nicht nach dem Zeitgeist, der z.B. auf die kurzfristigen Gewinne an der Börse aus ist.
Dafür sind sie sehr pflegeleicht. Wenn man sie gepflanzt hat, kann man ihnen noch etwas Gutes tun, indem man den Bereich unter der Krone und etwas darüber hinaus mit Mulchmaterial versorgt. Es hält den Boden feucht und fördert das Bodenleben, das Nährstoffe liefert, welche die vielen oberflächennahen Faserwurzeln des Baumes begierig aufnehmen.

Ansonsten braucht man nur noch zu ernten. Das heißt, man braucht nicht in den Baum hinauf zu klettern oder mit Stöcken nachhelfen, denn der Baum lässt die Nüsse ganz von allein fallen. Man braucht sie nur noch aufzusammeln - naja, selbst das artet bei einer reichen Ernte ziemlich in Arbeit aus. Die äußeren grünen Hüllen sind leicht zu entfernen, färben aber die Hände erst grün und später braun. Übrig bleibt die bekannte Nuß mit der gefurchten Schale.


Im Herbst 2009 gesäte Esskastanien auf der Fensterbank,
1. März 2010



Veredelter Esskastanien-Baum, Sorte "Belle Epine", gepflanzt im Frühjahr 2010, hat schon erste stachelige Kugeln, aus denen aber noch keine Kastanien werden.
23. August 2010


Von näher gesehen: Die stacheligen Kugeln mit weiblicher Blüte und die männliche Blüte

Esskastanien

(Edelkastanien, Maronen, Maroni, Castanea sativa)

Die meisten Menschen kennen sie von Maroniständen auf dem Christkindlmarkt oder selbst zuhause geschlitzt und geröstet. Diese Schalenfrüchte verdienen aber mehr Aufmerksamkeit. Bevor die Kartoffeln nach Europa kamen, waren sie macherorts das wichtigste Grundnahrungsmittel. Anders als andere Nussfrüchte bestehen sie hauptsächlich aus Stärke, nur ca. 2% Fett und weniger als 4% Eiweiß. Die Inhaltsstoffe sind ähnlich wie bei Reis und anderen Getreiden. Es sind also die Schalenfrüchte, die am ehesten Getreide ersetzen können.

Sie sind gesund. Hildegard von Bingen nennt sie zusammen mit Dinkel als Speisen, die selbst Kranke ohne Einschränkung essen können. Man kann sie veilseitig verwenden. Man kann sie einkochen. Ich habe schon einen sehr guten Kastanien-Kuchen gegessen, der kein normales Mehl enthielt. Vor allem aber kann man sie trocknen und bis zu ein Jahr aufheben und dann wieder einweichen ... oder zu Mehl mahlen. In Italien wird daraus ein Fladenbrot "castagnaccio" gebacken.

Der Ertrag pro Fläche soll vergleichbar mit Bioweizen sein.
In Italien heißt es, dass zwei ausgewachsene Bäume einen Menschen ein ganzes Jahr ernähren können. Im Tessin rechnete man auf einen Erwachsenen den Ertrag eines etwa siebzigjährigen Baumes als ausreichend für den Winter. [unten genanntes Buch, S. 244] Wo anders las ich, dass drei Bäume einen Menschen ernähren (vielleicht eher nördlich der Alpen). Das wäre einseitig, aber die Zahlen sind interessant.

Das Holz ist gut für Möbel und als Bauholz sehr haltbar (nicht ganz so haltbar wie Eichenholz), weshalb Esskastanien oft im Niederwald-Betrieb zur Gewinnung von Weinbergpfählen verwendet wurden. Wegen ihrer guten Stockausschlagsfähigkeit treiben abgeschnittene Bäume immer wieder neu aus und produzieren viele Stangen. Dieser Missbrauch könnte vielleicht ein Grund sein, warum sich der Kastanienrindenkrebs so zu einer Plage entwickelt und viele Bestände dezimiert hat - aber lagsam erholen sich die Kastanien wieder - offenbar auch weil der Pilz an Vitalität nachlässt (ein interessantes Thema ...).
Für Bienen sind Esskastanienbäume eine gute Trachtquelle. Sie liefern Pollen und Nektar und Honigtau. Der Kastanienhonig schmeckt etwas streng, aber ich habe mich schon halb daran gewöhnt.

Der Standort sollte nicht zu kalkhaltig, sondern möglichst tiefgründig humusreich sein, ausreichend feucht aber nicht nass. Geschützt, warm und sonnig ist gut, aber die Esskastanie kann auch als Waldbaum zwischen anderen Bäumen stehen. Für die Bestäubung werden mindestens zwei Bäume gebraucht (besser drei, falls mal ein Baum ausfällt). Bei Veredelungen müssen es verschiedene Sorten sein. (Sämlinge sind ja immer eine eigene Sorte.) Im Alpenraum sollen sie bis in 900 m Höhe gedeihen und an solchen Hängen manchmal besser als im Tal.

Bei Anbau für Fruchtertrag werden aus Samen gezogene Bäume mit 15-20 m Abstand gepflanzt (45-70 je Hektar) und werden groß wie Buchen oder Eichen. Sie fangen etwa mit 15-25 Jahren an zu tragen, haben mit 70-100 Jahren den besten Ertrag und lassen während der folgenden Jahrhunderte wieder langsam nach.
Veredelte Bäume werden mit gut 10 m Abstand gepflanzt (80-100 je Hektar), werden etwa so groß wie Walnussbäume und beginnen schon mit etwa 7 Jahren zu tragen.

Anzucht aus Samen: Man sollte sie bald nach der Ernte säen, damit sie frisch sind, denn sie halten sich nicht lange. Die Samen werden mit der flachen Seite nach unten nur leicht eingegraben.
Optimal ist die Aussaat direkt an Ort und Stelle, dort wo die Bäume wachsen sollen. Dann können sie mit ihrer Pfahlwurzel ungestört so anwachsen wie es ihrer Art entspricht. Man muss aber deutlich mehr säen, als man später Bäume braucht. Manche keimen nicht, weil sie verdorben sind oder weil sie von Mäusen gefressen werden. Manche werden zwar kleine Bäumchen, aber überleben dann doch nicht.
Wenn man dagegen auf einem Beet aussät, um Bäumchen vorzuziehen, sollte man sie nicht allzu lange dort lassen, denn sonst ist die noch dünne Pfahlwurzel bald so lang, dass man sie nicht mehr im Ganzen ausgraben kann.
Bei der Aussaat in Töpfen im Haus keimen und gedeihen sie gut. Die Pfahlwurzel kann sich aber nicht artgerecht bilden. Ähnlich ist es mit Bäumen, die man in Töpfen bzw. verschult (mehrmals umgepflanzt) kauft.

Sorten Reifezeit Eigenschaften
Belle Epine   1-2 Früchte je Schale
Doré de Lyon 10 2-3 Früchte je Schale, schlechter Pollenspender
Marigoule 9-10 angeblich bedingt selbstfruchtbar, gesund
Maraval   schmaler Wuchs (?)
Marsol 10  
Brunella   Früchte mittelgroß, gut schälbar
Ecker 1 9-10 aus der Steiermark, gilt als noch etwas winterhärter, angeblich selbstfruchtbar, große Früchte
Variegata 10 Blätter grün, weiß gerandet, Wuchs eher kleiner
Morawa    
Golino    
Bouche de Betizac   kein Pollenspender


Die Gretchenfrage lautet: Wachsen sie bei uns? Als kleines Kind hatte ich mal gemeint, es wäre doch toll, wenn wir statt des Rosskastanien-Baumes (der mit den Esskastanien nicht verwandt ist) einen Baum mit essbaren Kastanien hätten. Damals bekam ich zur Antwort: "Die wachsen bei uns nicht." Damit war das Thema für mich erledigt - für fast vier Jahrzehnte.
Ich hatte mich zu leicht ins Bockshorn jagen lassen und da geht es mir ähnlich wie Sepp Holzer. Er bedauert auch, dass er es so spät gewagt hat, auf seinem Berghang in 1100 bis 1500 m Höhe Obstbäume zu pflanzen. Hätte er früher angefangen, wären die Bäume heute schon größer.

Im Herbst 2009 habe ich über's Internet von Privatleuten in fünf verschiedenen Orten in Deutschland Esskastanien ersteigert, jeweils ein paar Kilogramm. Am 22.11.2009 habe ich dann für die Familienmitglieder eine Verkostung gemacht. Auf ein Backblech mit vier Holzstäben als Trennlinien kam je eine Hand voll aus den fünf Kartons mit Kastanien. Alle beurteilten, wie gut sich die Schale lösen ließ, wie sehr sie in Falten hinein ragte, wie viele Kastanien schlecht waren, und natürlich, wie gut sie schmeckten.

Herkunft Menge Testergebnis der Verkostung
1. Norddeutschland (27432 Hipstedt) 5 kg klein (wegen trockenem Sommer), relativ süß
2. Schwarzwald (77855 Achern) 2 kg mit Falten, etwas älter
3. Vom Fuß des Brocken im Harz (38889 Blankenburg) 5 kg gut zu schälen, keine schlechten, bester Geschmack
4. Südpfälzer Wald (76889 Klingenmünster) 5 kg gut zu schälen, dunkle Stellen
5. 400 Jahre alter Baum (47906 Kempen) 4 kg groß, mit etwas Falten, einige schlechte

Einige der Kastanien kamen ja aus Gebieten mit mildem Klima, z.B. aus der Pfalz, "Deutschlands Toscana". Die Testsieger unserer Verkostung waren aber ausgerechnet die Esskastanien vom Fuß des Brocken im Harz. Dort ist ein relativ rauhes Klima, das wohl dem bei uns recht nahe kommt. Das macht mich optimistisch.
Es gibt die Esskastanien schon lange in Deutschland, wie der 400 Jahre alte Baum zeigt. Der wächst nicht erst seit dem Klimawandel hier und er muss schon kalte Winter überstanden haben, wie z.B. den von 1956, in dem in Südeuropa (Spanien etc.) Millionen von Olivenbäumen erfroren sind. Manche sagen, die Römer hätten die Esskastanien über die Alpen zu uns gebracht (die hatten wohl nicht so viele Bedenken wie wir). Tatsächlich waren sie offenbar schon vor den Römern hier.

Nach der Verkostung habe ich die meisten Kastanien ausgesät, einen Teil in Blumenkästen im Haus, die meisten direkt im Garten, einige auch in umliegenden Wäldern und einige habe ich einer Bekannten geschenkt, die sie bei sich gesät hat. Es haben nicht alle gekeimt, an der Fensterbank vielleicht die Hälfte und im Garten z.B. von 160 Stück (vermutlich wegen Mäusefraß) nur etwa 30, aber das ist ja auch nicht schlecht. Einige in Töpfen habe ich als Geschenk verwendet. Andererseits habe ich zusätzlich veredelte Bäume verschiedener Sorten gekauft und gepflanzt. Einer hatte schon 2010 stachelige Kugeln, wenn auch noch ohne Inhalt, siehe Bilder oben..


Weitere Sorten:
Amerikanische Esskastanie (Castanea dentata)
Zwergkastanie USA (Castanea pumila), Baum kleiner
Japanische Esskastanie (Castanea crenata)
Chinesische Esskastanie (Weichkastanie, Castanea mollissima): Früchte etwas süßer und eiweißreicher, Ertrag bis 10 t/ha, toleranter auf Kastanienrindenkrebs


Buch: Die Esskastanien - Nahrungsquelle und bedrohte Naturressource
Lange Diskussion: Castanea sativa - Edelkastanie - Castanea dentata


Dürkheimer Krachmandel, gepflanzt im Herbst 2009
3. April 2011



Dürkheimer Krachmandel, Blüte
3. April 2011

Mandeln

Sorten
Dürkheimer Krachmandel
Tuono
Supernova

Pinienkerne, Zirbelnüsse, Zedernüsse

Bäume und Sträucher, die Obst und Nüsse liefern, sind zwar sehr schön wenn sie im Frühling blühen und erfreuen uns im Herbst mit oft reichem Ertrag. Im Winter sind sie aber kahl und etwas trostlos. Verschneite Nadelbäume wirken im Winter viel romantischer und lebendiger. Deswegen sollten sie in einem Permakultur-Garten nicht fehlen, und wenn man nur ein paar Fichten oder Tannen zur Eigenversorgung mit Christbäumen anbaut. Man kann von Nadelbäumen aber auch essbares ernten.


Pinie (Pinus pinea)

Die Meisten werden wahrscheinlich die Pinienkerne kennen, die man bei uns in Lebensmittelgeschäften bekommt. Manchmal, z.B. vor Weihnachten, werden auch die ganzen Zapfen angeboten, die sich dann öffnen, wenn man sie zuhause an einen warmen Platz legt, und die Kerne frei geben. Erst wenn man deren Schale knackt kommt man an die essbaren Kerne. Manche werden die markanten Bäume vielleicht auch von einem Urlaub im Mittelmeerraum kennen, denn das ist ihr natürliches Verbreitungsgebiet. Deutschland liegt jenseits dessen nördlicher Grenze und die Bäume können ab -10 bis -15 °C erfrieren. Ganz aussichtslos ist es wohl nicht, sie bei uns im Freiland zu kultivieren, denn es gibt zumindest jüngere Bäume nicht nur auf der Insel Mainau im Bodensee, sondern auch im Exotenwald Weinheim oder im Botanischen Garten der Uni Karlsruhe. An dieser Stelle dienen sie aber nur als Einleitung, denn es gibt für uns geeignetere Pinus-Arten.


Zirbelkiefer (Arve, Arbe, Zirbe, Zirbel, Arola-Pinie, Pinus cembra)

Diese Baumart ist unter anderem in den Alpen heimisch und vor allem für ihr schönes Holz mit den großen, fest eingewachsenen Ästen bekannt, das gern für rustikale Eßküchen verwendet wird, Stichwort Zirbelstuben. Leider haben vermutlich deswegen die Bestände abgenommen und mussten geschützt werden. Eigentlich sind sie viel zu schade, um frühzeitig wegen des Holzes gefällt zu werden - einmal wegen ihrer Schönheit und ihrem Wert für die Natur, aber auch wegen der Zirbelnüsse (genauer: Zirbelkerne). Diese sind etwas kürzer und dafür breiter als Pinienkerne, sonst aber ähnlich. (Teilweise wird mit dem Begriff Zirbelnuss auch der ganze Zapfen gemeint.)

Anbau: Wer einen großen Garten hat, könnte also - vielleicht statt anderer Nadelbäume - ein paar Zirbelkiefern pflanzen. Man bekommt die "Pinus cembra" teils in Baumschulen, ggf. auf Bestellung. Es ist aber - noch mehr als bei Walnüssen - eine Sache für Leute, die in langen Zeiträumen denken, denn der Ertrag beginnt erst, wenn der Baum etwa 40 Jahre alt ist (30 ... 50). Ein paar Jahre kann man immerhin "überspringen", indem man schon etwas größere Bäume pflanzt, zumal sie anfangs besonders langsam wachsen. Dafür können sie weit über 1000 Jahre alt werden. Ich schreibe in der Mehrzahl, denn für die Bestäubung müssen es wohl mindestens zwei Bäume sein.
Die Bodenansprüche sind gering. Bevorzugt wird frischer Boden (also feucht, aber nicht nass), sauer bis leicht alkalisch und tiefgründig (Humus, aber auch steiniger Untergrund zählt). Die Bäume mögen Sonne, aber kommen auch mit Halbschatten gut zurecht.


Zedernüsse, geschält

Ein paar weitere Bilder gibt's z.B. auf der Seite www.sibirischezeder.de.


Zedernüsse, ungeschält
Sibirische Zeder (genauer: Sibirische Zirbelkiefer, Pinus sibirica oder Pinus cembra var. sibirica)

Sie wird die "Königin der Taiga" genannt, denn die Menschen schätzen sie, unter anderem weil die Kerne ein wichtiges Grundnahrungsmittel darstellen. In jüngerer Zeit wurden sie auch als Exportgut entdeckt und z.B. nach Europa geliefert, wo man die "Zedernüsse" in Naturkostläden u.ä. kaufen kann, für ca. 60 €/kg. So sind sie für die Menschen in Sibirien nicht mehr nur Nahrungsquelle, sondern Einkommensquelle. Man kann das sicher kritisch sehen, z.B. wenn sich manche Menschen dort die Kerne selbst nicht mehr leisten können, aber immerhin steigt so das Interesse, die Bäume zu erhalten. Bis 30 kg Nüsse dürfen die Sibirier gebührenfrei ernten. Darüber fällt eine Abgabe von 3 Rubel pro Kilo an (von 30-50 Rubel Verkaufserlös). An den Zahlen sieht man, dass die Bäume schon einen nenneswerten Ertrag liefern. Am besten soll er bei 160 bis 250 Jahre alten Bäumen sein.

Botanisch stimmt wohl die Bezeichnung "Zeder" nicht, denn sie gehört zu den Kiefern und ist mit der Zirbelkiefer (Pinus cembra) nah verwandt. Die Gelehrten sind sich nicht einig, ob es nur eine Varietät davon oder eine eigene Art ist. Auf russisch wird sie "Kedr" genannt und darauf ist sicherlich die Bezeichnung Zeder im Deutschen zurückzuführen. Man kann es wohl zur besseren Unterscheidung von der Zirbelkiefer so lassen.

Unterschiede zur Zirbelkiefer:
Die Zedernuss-Kerne sollen eine dünnere Schale haben und vor allem roh besser schmecken.
"Die Zapfen sind länger und stärker walzenförmig als die der Zirbelkiefer." (Wikipedia)
Sie "hat kürzere Nadeln, aber längere Zapfen und dünnschaligere Samen." (Schutzgemeinschaft deutscher Wald, pdf-Datei)
Die Bäume sollen ab einem Alter von 80 - 120 Jahren recht zügig wachsen und wohl auch insgesamt schneller (www.forstpflanzen.at...).
Die Höhe der Bäume wird mit bis zu 40-50 m angegeben.
Das Verbreitungsgebiet vom 50. bis 68. Breitengrad ist nördlicher, aber dafür auch im Flachland.
Siehe z.B. diese Seite, die unter anderem die Verbreitungsgebiete beider Arten zeigt.

Diese Bäume gehören zu den frosthärtesten überhaupt und (anders als bei der Pinie) sind wir eher jenseits der südlichen Grenze ihres Verbreitungsgebietes. Trotzdem könnte man es mit dem Anbau ruhig versuchen.

Man könnte die Bäume selbst aus Samen heranziehen - am preiswertesten, dauert aber am längsten. Die Samen sind Frostkeimer, brauchen also eine lange Frostperiode, um danach zu keimen. Am besten sät man sie vor dem Winter in ein Beet (andernfalls müssten sie vor der Aussaat längere Zeit in eine Tiefkühltruhe).
Man könnte sich einen (oder mehrere) Zedernzapfen besorgen und die ca. 20 Samen daraus aussäen. Ich habe versucht, hier Zapfen zu bekommen, aber keine Antwort erhalten. Schließlich habe ich Samen bei eBay ersteigert.

Bäumchen bekommt man nicht so leicht wie von der Zirbelkiefer. Ich suche bisher vergeblich eine Bezugsquelle. Eventuell gibt es sie bei der Baumschule PRASKAC in Österreich.
Für den Anbau dürfte Ähnliches gelten wie oben bei der Zirbelkiefer genannt.

Siehe auch: EDIBLE PINE NUT TREES (www.nuttrees.com)
Hier werden weitere Arten essbarer "Pinien" aus verschiedenen Ländern beschrieben - ist eventuell auch eine Bezugsquelle.

23. August 2012
Ein Herznussbaum, noch etwa so wie ich ihn am 4. Juli von Deaflora.de geliefert bekam (nur die welken Blätter hat er wegen zeitweiliger Vernachlässigung erst bei mir bekommen).


Im Topf lagen noch zwei Schalenhälften - sicherlich weil der Baum aus einem Samen gezogen wurde - und so sehe ich gleich, was für Nüsse eines Tages daran wachsen werden. Durch das 5 mm Karopapier sieht man, dass die Schale nur ca. 2,4 cm breit ist. Die Nuss wird wohl höchstens 2 cm breit sein.

Herznüsse

(Juglans ailantifolia var. cordiformis) oder
(Juglans ailanthifolia var. cordiformis
)

Diese netten Nüsse gehören zu einer Reihe von Verwandten der Walnüsse, unterscheiden sich aber in einigen Punkten von ihnen.

  • Die Schale ist herzförmig, aber die Nüsse selbst auch. Sie sind nicht so zerklüftet wie Walnüsse und müssten sich daher leichter aus der geknackten Schale nehmen lassen.
  • Im Geschmack sollen sie nicht so herb sein wie die Walnüsse sind, sofern man sie mit der dünnen Haut isst, sondern "süßlicher und einmalig köstlich".
  • Die Bäume sollen schon früher anfangen zu tragen (und vermutlich insgesamt kleiner bleiben ?).
  • Die drei zuvor genannten Punkte entschädigen vielleicht dafür, dass die Nüsse kleiner sind. Der Inhalt je geknackter Schale dürfte eher mit Haselnüssen vergleichbar sein.
  • Die Blätter sind ganz leicht pelzig, und unterscheiden sich damit leicht von den Blättern der Walnüsse.

Die Herznüsse stammen aus Japan. Bei uns gibt es damit noch wenig Erfahrungen, aber vermutlich werden sie ähnlich gut gedeihen wie Walnüsse.


Pekannüsse


3.8.2014 Mein erstes Pekannuss-Bäumchen
In diesen Topf hatte ich am 24.4.2014 einige Pekannüsse (Bild oben) gesät. Offenbar nur eine ist gewachsen.

Pekannüsse

(Pecannuss, hardy pecan, Carya illinoinensis)

Die Nüsse sind länglicher und außen glatt, aber im Geschmack den Walnüssen recht ähnlich. Sie gehören auch zu den Walnussgewächsen, aber darin zur Gattung Carya.

Die Bäume sind in Nordamerika (Mississippi-Gebiet) zuhause. Sie haben einen schlanken Wuchs und können mit 30-45 m noch deutlich größer werden als Walnussbäume. Für kleine Gärten sind sie daher weniger geeignet, zumal man für die Bestäubung mindestens zwei braucht. Umso besser sind sie aber für Parks oder "essbare Wälder" geeignet. Der Standort sollte humusreich, feucht und sonnig sein, wobei junge Bäume auch mit Schatten zurecht kommen.

Obwohl es in ihrer Heimat etwas wärmer ist als bei uns, scheinen die Bäume auch für Deutschland ausreichend winterhart zu sein (Klimazone 6-11). Schwieriger ist es, auch Nüsse zu bekommen, denn dafür dürfen die Blüten nicht erfrieren und es muss lang genug warm sein, damit die Nüsse ausreifen.

Entweder muss man versuchen, Northern Pecan zu bekommen, die auch noch in Kanada gedeihen, aber kleinere Nüsse haben. Oder man versucht es auf gut Glück mit den normalen und hofft, dass sie doch Nüsse tragen - vielleicht weil das Klima ja milder zu werden scheint.

Sämlinge können mit 8 bis 10 Jahren zu tragen beginnen.
Veredelte Bäume bleiben kleiner (bis ca. 20 m) und können schon früh zu tragen beginnen.

Weitere essbare Arten:

Königsnuss (Shellbark Hickory, Kingnut hickory, Carya laciniosa)
geringer Ertrag, Holz hart aber elastisch, gut für Werkzeugstiele und anderes
Höhe bis 25 m, für feuchte Senken, verträgt aber Trockenheit

Schuppenrinden-Hickorynuss (Shagbark Hickory, Carya ovata)
Nuss klein, guter Geschmack, wertvolles Holz


Weitere
:

Sahnenuss (Xanthoceras sorbifolium, Gelbhorn)
Pimpernuss (Staphylea pinnata)

Siehe auch OTHER EDIBLE NUT TREES


*** Fortsetzung folgt
***


Links


A Farm for the Future
Ein sehr sehenswerter und wertvoller Film, dem ich eine eigene Seite gewidmet habe.
Es geht darum, wie Landwirtschaft in Zeiten knapper werdender Energie bestehen kann. Der Film ist nicht nur schön anzusehen, und informativ, sondern er ist sehr positiv und weist einen Weg in die Zukunft.

Stable Climates
Ein wichtiges Thema: Entwickelt sich die Erde zu einem Wüsten-Planeten oder zu einem "Modernen Urwald" mit üppiger Biosphäre, stabilem Klima und lebensfreundlichen Zuständen? Wir haben's in der Hand.
Der Text ist leider in Englisch, aber sehr deutlich, fast etwas phantastisch, aber gut!

Der Mann, der Bäume pflanzte (Elzeard Bouffier)
Diese nette Geschichte passt gut zu obigem Thema.

Großfeld und Garten
Dieser schöne Text war ehemals unter http://www.regenwurm.de/fr301.htm zu finden. Er ist ein Kapitel aus dem Buch Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not. Kurz zusammengefasst:
Im Garten hat man's mit der Humuspflege viel leichter, als auf dem Acker. Vom Ackerbau ist bisher nur der nasse Reisanbau nachhaltig, das heißt ohne ständige Abnahme der Humusschicht.

Boden / Humus / Mutterboden
Zitat daraus: "Vor 200 Jahren hatten die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Ländern eine Humusschicht von durchschnittlich 60 Zentimetern, auf der unsere Nahrung wuchs. Heute ist diese Schicht, besonders in den USA, auf knapp 25 Zentimeter reduziert worden. Weitere 3 Zentimeter gehen alle 20 Jahre verloren." ... "Wir brauchen unseren Boden zum Nahrungsanbau! Er ist eine zu kostbare Ressource, als daß er mit einer derartigen Geringschätzung behandelt werden darf. Auf der anderen Seite sind ungerodete Wälder die einzigen Flächen, auf denen die Erosion des Humus überhaupt kein Problem darstellt."

Klimaveränderung durch Humusabbau (pdf-Datei)
Sehr interessant, unter anderem die Daten zum Kohlenstoffhaushalt und die Relation der Anteile in Atmosphäre, Biosphäre an Land, Humus, Meer, Fossilen Energien etc.
Zitate: Zur Humusauflockerung und somit zur Wasserspeicherung arbeiten im Boden nämlich an die 30 t Bodenlebewesen je ha. Das entspricht 60 Großvieheinheiten (z.B. Kühe). Zum Vergleich dazu können mit dem oberirdisch wachsenden Gras nur zwei Kühe je ha versorgt werden.
In Tabelle 2 wird gezeigt, dass aus dem Humus weltweit durch die chemische Landwirtschaft und durch Erosion in den letzten 50 Jahren ebensoviel CO2 pro Jahr freigesetzt wurde wie aus dem fossilen Energieumsatz.



Letzte Änderung 14. Dezember 2015

Wolfram Zucker




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